Window Shopping.

installation / 2020

DWDS, Bregenz, AT

Der Blick durch die Scheibe, ein leichter Anflug von Verlangen. Wie es wohl ist, dieses schimmernde Objekt zu besitzen? Das unbewusste Verlangen nicht ganz erklärbar. Das Vergnügen des Sehens hält begehrte Dinge auf Distanz. Nasen pressen, Hände wischen, an allen Scheiben zu nah, hinterlassen Schmierereien. Ein eilendes Vorübergehen, anonymes Schlendern, eventuelles Hängenbleiben, etwas Glitzerndes, schweifende Blicke und Scheinwerfer. Kaputte Bildschirme schauen einander bloß an, Strahlentherapie, hypersensibel für Discounts. Ein konstruiertes Wollen sich nach Oberflächen sehnend, in den virtuellen Schlaf fallend. Die Stadt mit ihren vielen Schranken, ihren Fenstern wie Wände, sprechen von einer erst kommenden schon dagewesen Zeit und täuschen über die Echtheit der Dinge hinweg. 

Die performative Installation von Martina Morger gibt einen Einblick in eine von Verlangen und Heilung durch Konsum geprägte Welt. Nackt ausgestellt, Displays reflektieren als Surrogat unserer Träume, Information unsere Währung. Verführerisch und befremdlich zugleich. Räume voller Einsamkeit, mit plötzlich hinterlassenen Dingen, erscheint diese Dystopie echt. Wir sehen das Spiegeln einer längst vergangenen spätkapitalistischen Begehrensökonomie, tief verwoben in unsere Bedürfnisse. 

https://vimeo.com/512930852/363be8f9fd

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© martina morger 2020